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Seit Jahren leben die Schwestern Olja, Mascha und Irina mit ihrem Bruder Andrej in der russischen Provinz. Durch ihren Vater, einem Brigadegeneral, waren sie hierher verschlagen worden. Seitdem der Vater vor einem Jahr starb, durchdringt die Sehnsucht zurück nach unbeschwerten Tagen ihrer Jugend in Moskau ihren Alltag und es gibt nur ein Ziel: "Nach Moskau!" Doch erweist sich im Laufe der Zeit ihre Hoffnung immer mehr als lähmende Illusion, geprägt von Unfähigkeit und Ohnmacht ihrem Dasein zu entfliehen oder einen Sinn zu geben. Als sie durch Andrejs Leichtsinn immer mehr an diesen ungeliebten Ort gebunden werden und die ehemalige Einheit ihres Vaters droht, versetzt zu werden, begreifen sie umso mehr, wir sie ihr Leben in der konkreten Gegenwart zwischen Erinnerungen und Sehnsüchten verfehlen.

 

Wie für Anton Tschechows Dramen typisch, geht es auch in "Drei Schwestern" um Einsamkeit, Desillusionierung und die unaufhörliche Suche nach dem Glück und dem Sinn des Lebens.

 

Anton Tschechow

Geboren wurde Anton Tschechow am 17. Januar 1860 in Taganrog. Sein Großvater war ein Leibeigener gewesen, sein Vater ein kleiner Kaufmann, der Bankrott machte. Die Familie musste ihr Haus in Südrussland verkaufen und zog nach Moskau. Anton blieb als Dienstbote im Haus, das seiner Familie gehört hatte. Dank eines Stipendiums begann er drei Jahre später in Moskau Medizin zu studieren. Unter Pseudonym schrieb er kleine Erzählungen für Gazetten. Auch als praktizierender Arzt schrieb er weiter, mit wachsendem Erfolg. 1901 heiratete er die Schauspielerin Olga Knipper. Sie lebten wegen der Theaterverpflichtungen Olgas selten zusammen und schrieben sich viele Briefe. Ab 1903 verschlechterte sich Tschechows Gesundheitszustand. Kurz nach der triumphalen Uraufführung des "Kirschgartens" starb er am 15. Juli 1904 in Badenweiler. Seine letzten Worte waren: "Ich habe so lange keinen Champagner mehr getrunken." Begraben wurde Anton Tschechow in Moskau auf dem Friedhof Novo Devicje. (www.3sat.de)