Der Inhalt

 

„Ach, was hat doch dieses Königreich eine zeither vor schwere Kriege geführet!
Kaum hatte es Fried, so ist es aufs neue mit innerlicher Unruhe, Regierstreit und Mordsucht angefüllet worden.“

Der ehemalige König Dänemarks ist von seinem Bruder ermordet und um Frau und Krone betrogen worden. Herbeigerufen durch die Macht der Hecate und ihrer Rachegöttinnen, kehrt der Geist des ermordeten Königs in sein altes Königreich zurück und erweckt den Rachedurst seines Sohnes Hamlet, Prinz von Dänemark. Auf seinem Weg zur blutigen Vendetta verwischen bald die Grenzen zwischen gespielter Tollheit und wahrem Wahnsinn, in welchen Feinde und Verbündete am königlichen Hof gleichermaßen gezogen werden...

 

Ein Werk ohne Autor


Neben William Shakespeare haben sich auch Dichter aus Deutschland der ursprünglich überlieferten Hamlet-Sage angenommen. Die Entstehungsgeschichte des deutschen Hamlets „Der bestrafte Brudermord oder Prinz Hamlet aus Dännemark“ ist uns bis heute unbekannt. Es steht jedoch fest, dass dieses Drama aus ähnlichen Quellen wie Shakespeare geschöpft haben muss, nämlich aus der „Amlethus“-Sage des Saxo Grammaticus und von Belleforest. Die Entstehungstheorien reichen über verschiedene Abhängigkeiten von einzelnen Werken bis hin zur Rekonstruktion eines Thomas Kydschen Ur-Hamlets.
Im Vergleich zur wohl populärsten Hamlet-Version Shakespeares, hat „Der bestrafte Brudermord“ einen ähnlichen Handlungsrahmen, unterscheidet sich aber neben unterschiedlichen Personen insbesondere durch einen wesentlich kompakteren Inhalt. Wahrscheinlich ist diese Version daher von Wandertheatergruppen favorisiert worden.